Echbeck, als kleiner Teilort der Gemeinde Heiligenberg, wird bereits 1279 urkundlich erwähnt und hatte als „castrum“ wohl eine größere Bedeutung. So war die Kapelle gleichzeitig auch Pfarrkirche mit eigenen Pfarrpfründen und wurde um das Jahr 1000 errichtet. Auffällig sind die Rundfenster, die zum Teil noch Originale aus der Renaissancezeit sind.
Die innere Ausstattung wirkt auf den ersten Blick etwas asymmetrisch. Im Zentrum steht die romanisch schlichte Steinmensa, dahinter ein kleines Fenster in der Ostwand. Sie dürften zu den ältesten Bauteilen der Kapelle gehören. Rechts daneben befindet sich ein Vesperbild aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die Bezeichnung Vesperbild (lat. vespera = Abend) bezieht sich auf die Abnahme Jesu vom Kreuz am Abend des Karfreitags und auf seine Beweinung durch Maria, die Mutter Jesu. Die Vesper als liturgisches Abendgebet der Kirche ist Teil des täglichen Stundengebetes und wird bis heute an vielen Orten gebetet und gepflegt.
Das Votivbild an der Südwand zeigt die Muttergottes von Einsiedeln aus dem Jahre 1795. Mehrere Ex-Voto-Tafeln umsäumen das Bild. Der lateinische Ausdruck „ex voto“ heißt übersetzt „wegen eines Gelübdes“. Gläubige Menschen haben in einer Notlage ein feierliches Versprechen abgelegt, um auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria Gottes Hilfe zu erhalten. Als Dank wurde ein Bild gestiftet, das auch andere Menschen in ihrem Vertrauen auf Gott stärkt.
An der Nordwand steht ein barockes Altarretabel, das wohl um 1700 im Bodenseeraum geschaffen worden ist. Das Altarbild zeigt die Heilige Familie, rechts und links sind die Apostel Petrus und Paulus zu sehen. Die steinerne Tabernakelstele ist das jüngste Ausstattungsstück der Kapelle.